Über die Kulturindustrie in „Dialektik der Aufklärung“ von Adorno und Horkheimer

Thema: Kultur
Von: Miguel Gastarbeiter

Die Kulturindustrie kann als „eine Form der intellektuellen Produktion unter den Bedingungen von Fordismus12 bezeichnet werden und ist somit unmittelbar an die Entwicklungen des Kapitalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts gekoppelt. Jegliche Ansätze, die die Kulturindustrie auf eine bloße Medientheorie reduzieren, werden ihrem begrifflichen Inhalt nicht gerecht. Vielmehr bezieht sich der Begriff „Kulturindustrie“ auf jegliche kulturelle Äußerung innerhalb kapitalistischer Produktionsverhältnisse seit dem Fordismus. Das beinhaltet die Wissenschaft, den städtischen Raum, die Musik, die Politik, die Architektur usw.3 Auch wenn der Kultur innerhalb kapitalistischer Gesellschaften ein Hauch der Selbstbestimmung und Originalität anhaftet, die den Schein erwecken, sich der rationalisierten kapitalistischen Produktionsweise zu entziehen, identifizieren Horkheimer und Adorno die Kultur als vereinheitlichtes, uniformes System, das die wirtschaftliche Rationalität beständig reproduziert. „Film, Radio, Magazine machen ein System aus. Jede Sparte ist einstimmig in sich und alle zusammen.“4 Doch trotz ökonomischer Sachzwänge, kann man beispielsweise mit Gunnar Hindrichs sagen, dass die Kultur oft als getrennter und autarker Bereich betrachtet wurde, der, nach liberaler Weltanschauung, die Möglichkeit der individuellen Selbstentfaltung und aus konservativer Sicht, die Erweiterung des eigenen Traditions- und Bildungshorizontes ermöglicht.5Diesem Verständnis der Kultur entgegnen die Autoren mit der Darstellung der der Kulturindustrie immanenten innewohnenden Rationalität: Die Standardisierung der Produkte, die, einmal durch die Massenproduktion „demokratisiert“, sprich allen (solange genügend Geld vorhanden ist) zugänglich werden, für jeden Einzelnen ein individualisiertes Warenangebot des Immergleichen zur Verfügung stellt. D. h., dass der Warencharakter alle kulturellen Äußerungen kennzeichnet. Anhand der Standardisierung wird die Differenz der Konsumgüter innerhalb der Kulturindustrie zum bloßen Trug, denn obwohl die Kulturindustrie verschiedene voneinander abgegrenzte Produkte herstellt (z. B. Pop , Rock , Techno , Punk-Musik usw.) dient die Abgrenzung der Produkte einzig und allein der Kategorisierung der Konsumgüter, um den Kauf- und Verkaufsakt effizienter zu gestalten.6 Genauso wie das Kapital in Bereichen abseits der Kulturindustrie nach Gewinnmaximierung strebt, unterliegt auch die Kulturindustrie seinen ökonomischen Anforderungen und Mechanismen. Das ökonomische Gerüst der modernen kapitalistischen Gesellschaften bildet die Essenz der Kulturindustrie und fungiert zugleich als Paradigma ihrer gesamten Ausdrucksformen, d. h., dass nicht nur die Endprodukte der Kulturindustrie standardisiert werden, sondern auch das Schema, nach dem sie zusammengesetzt werden. So sind beispielsweise sowohl in Filmen als auch in Musikstücken jeglicher Couleur wiederkehrende Muster und Schemen zu erkennen, die auch unter dem Begriff „clichés“ subsumiert werden können; die Durchschaubarkeit der Produkte der Kulturindustrie ist hierbei kennzeichnend.7 In diesem Sinne wird, anhand der Uniformität der Kulturindustrie, der Gegensatz zwischen Allgemeinem und Besonderem überflüssig, denn die gesamte Kulturindustrie entsteht und entwickelt sich unter dem Paradigma der ökonomischen Rationalität. Dadurch ist jeder ihr innewohnende einzelne Ausdruck, sprich alles Besondere, das Allgemeine, also Teil der vereinheitlichenden Kulturindustrie. Dementsprechend spiegelt sich das Allgemeine, also die auf Konsum ausgerichtete fordistische Produktion der Kultur, auch im Besonderen, d. h. dass das Besondere nur eine eigene Sphäre (z. B. Rock-Musik) der immer gleichen Konsumtion ist.8 Andererseits entwickelt sie durch ihren Schematismus ein eigener Stil: die Negation des Stils, sprich die Vereinheitlichung, was letztlich nichts weiter, als der ideologische Ausdruck der bestehenden Herrschaftsmechanismen9 bzw. die „Reproduktion des Immergleichen“10 ist. Continue reading Über die Kulturindustrie in „Dialektik der Aufklärung“ von Adorno und Horkheimer →

Zur Russischen Revolution 1917

Thema: Kultur/Geschichte
Aus: De Päfzger, Dezember 2017

Wer 100 Jahre nach dem Beginn der Russischen Revolution immer noch eine undifferenzierte Apologie des Bolschewismus und seinen Methoden betreibt, zeigt lediglich auf wie starr und dogmatisch autoritär kommunistische Ansätze geblieben sind. Eine komplette Verdammung der Russischen Revolution hingegen, die – ganz im Duktus der bürgerlichen Geschichtsschreibung – ebendiese ausschließlich als einen reinen „Bolschewistenputsch“ bezeichnet, verkennt die Komplexität eines revolutionären Prozesses und wälzt sich aus historischer Distanz in seiner eigenen Arroganz. Denn die Russische Revolution war nicht ein von Anfang an durch Lenin orchestriertes Ereignis, wie einige AnarchistInnen behaupten. Die Kraft der Russischen Revolution kam ursprünglich von den kämpfenden Massen, die durch Streiks, Demonstrationen, Aufstände und die Errichtung von Arbeiterräte das zaristische Russland ins schwanken brachten. Lenin war sich der revolutionären Kraft der Massen bewusst, wie er in seinem Vortrag im Zürcher Volkshaus im Januar 1917 darlegte. Dabei analysierte er die Ereignisse der Revolution von 1905 und kritisierte die Auffassung liberaler und sozialdemokratischer Kräfte zu jener Zeit, die das russische Volk für eine „unbewussten Masse“ ohne revolutionäres Potential hielten. Doch die Geschichte lehrte sie eines besseren und es zeigte sich wie eine – mehrheitlich analphabetische Bevölkerung – radikaler als die Parteianhänger war. Dass 1905 die Revolution jedoch nicht aus Ganze ging, veranlasste Lenin, die These seiner Schrift „Was tun?“ (1902), als bestätigt zu betrachtet, in der er davon ausging, dass die Massen lediglich zu einer unmittelbaren Verbesserungen ihrer eigenen Interessen im Stande seien. Aus diesem Grund ist für den Sieg der proletarischen Revolution angeblich eine revolutionäre Avantgarde notwendig, die in der Lage ist den Massen den Weg Richtung Revolution aufzuzeigen.

Die Bolschewisten konnten 1917 zur Macht gelangen, weil sie sich an die Forderungen der Massen anschlossen: Kein Krieg, Land, Brot, und alle Macht den Sowjets. Das fehlende vertrauen der Massen in die provisorische Regierung führte zu Sympathien mit den Bolschewiki, welche, anhand der Parole „Alle Macht den Sowjets“, die Abschaffung der provisorischen Regierung forderten (eine revolutionäre Forderung).

Doch die autoritäre und konterrevolutionäre Auffassung einer Revolution geleitet durch eine Avantgarde wurde – neben dem Bürgerkrieg in dem sich Russland verwickelt sah, sprich neben den ganzen „äusseren Umständen“ wie z. B. den Kampf gegen die Weisse Armee und die Interventionen ausländischer Kräfte, (als auch die ausbleibende proletarische Erhebung in anderen Ländern)- der Revolution zum Verhängnis sobald sich die Macht der Bolschewistischen Partei in staatlichen Strukturen verfestigte und die Selbstbestimmung der Arbeitersowjets aufhob. (Natürlich sind Arbeiterräte nicht per se revolutionär, ein Arbeiterrat ist lediglich eine Form der Organisierung die noch nichts über den Inhalt derselben aussagt, doch es hat sich gezeigt, dass sie in der Lage sind mit der Macht des Staates zu brechen). Die Konsolidierung der Macht der Bolschewiki, die letztendlich den Staatskapitalismus als Übergang zum Sozialismus verstanden, war ein Prozess der – wie Emma Goldman sagte – bereits in den Geburtswehen der russischen Revolution begann und aus unserer Sicht, sich im Jahr 1921 verfestigte. Nicht nur wegen der blutigen Niederschlagung des Aufstands von Kronstand unter dem Kommando von Trotzki (nicht zu vergessen ist auch die Zerschlagung der Machnowschtschina 1922), sondern auch weil zur selben Zeit in der die kronstädter Matrosen bekämpft wurden, der 10. Parteikongress stattfand in dem ein Fraktionsverbot beschlossen wurde, was die Macht der Bolschewiki zementierte, und auch die Neue Ökonomische Politik eingeführt wurde, was der Privatisierung und dem Privathandel wieder auftrieb verlieh. Schlussendlich diente die Macht der Bolschewiki der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsform, das feudale Russland wurde mit eisernen Faust modernisiert.

Es folgen Auszüge aus dem linkskommunistischen, rätekommunistischen und anarchistischen Spektrum (Otto Rühle, Amadeo Bordiga, Emma Goldman, Pjotr Kropotkin, Cajo Brendel und Paul Mattick) zur Russischen Revolution. Continue reading Zur Russischen Revolution 1917 →

Zürich: Warnstreiks bei der OFS

Thema: Arbeitskampf
Datum: 12/04/2018
Von: Freund*innen der RRN

Angestellte der Orell Füssli Sicherheitsdruck AG, Tochter der OF Holding AG, wehren sich gegen den geplanten Austritt aus dem GAV per 1.1.2019. Als Reaktion hielten grosse Teile der Belegschaft, Exponent*innen der Gewerkschaft Syndicom sowie einige Solidarische mehrere kurze Warnstreiks ab, die als Anfang des Widerstands gegen diese Verschärfungen zu verstehen sind.

Die Geschäftsleitung hat angekündigt sich neu am schweizerischen Arbeitsrecht, das eines der liberalsten Europas ist, zu orientieren. Im Visier hat sie damit verschiedene Errungenschaften, die der Gesamtarbeitsvertrag der grafischen Industrie zusichert. Namentlich könnten die fünf respektive sechs Wochen bezahlten Urlaubs, die Schichtzulagen, bezahlte Pausen und die bestehenden Mindestlöhne künftig aus den Verträgen gestrichen werden. Ausserdem drohen erhöhung und weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Einschränkungen im Mitspracherecht der Belegschaft. Continue reading Zürich: Warnstreiks bei der OFS →

Völkerrechtswidriger Krieg, Faschismus und Schweizer Waffen

Thema: Proteste/Antifaschismus
Datum: 08/04/2018
Von: RRN

Der faschistischer Staat Türkei greift ausserhalb seines Staatengebiets unterstützt von islamistischen Milizien die kurdischen Kräfte – namentlich die Volksverteidigungseinheiten YPG und Frauenverteidigungseinheiten JPG – von Rojava (Nordsyrien) an, die seit Anbeginn des Bürgerkriegs sich weder mit der Diktatur von Assad noch mit den im Westen anfänglich als demokratische Rebellen gehypten islamistischen Halsabschneider zusammengeschlossen haben.
Die Revolution in Rojava, ausgerechnet inspiriert vom schweizerischen Modell des demokratischen Föderalismus, baut in den Kantone Efrîn, Kobanê und Cizîrê ein progressives, feministisches, multiethnisches Projekt auf.

Die Schweiz definiert dieses völkerrechtswidrige

Einmarschieren in ein anderes Land und das nachgewiesene Töten der Zivilbevölkerung, Plündern durch Mörderbanden, die Exekution von gefangenen Kämpfer*innen, als „interne türkische Angelegenheit“.
RUAG, die schweizerische Waffenproduzentin (Alle Standorte https://www.ruag.com/de/ueber-ruag/locations), produziert und profitiert vom Krieg, da sie diesem faschistischen Staat verschiedenstes Kriegsmaterial liefern. Gleichsam verhält es sich mit Rheinmetall (Alle Standorte https://www.rheinmetall-defence.com/de/rheinmetall_defence/company/locations_worldwide/index.php).

Ordnungswidrige Demo, Antifaschismus und Sprayereie bei der unangemeldeten Demo unter dem Motto „Dem Krieg kein ruhiges Hinterland“, wurde auf diese Fakten aufmerksam gemacht. Die Demonstrant*innen solidarisierten sich mit dem revolutionäre Projekt in Rojava und protestierten gegen die faschistische Diktatur in der Türkei mit seinen demokratischen Komplizenstaaten. Auf dem Baldachin wurde ein Transparent aufgehängt mit der Aufschrift „Schweizer Waffen, Schweizer Geld, morden mit in aller Welt“. Als ein gewisser Spray Pegel erreicht wurde und die Läden geschlossen hatten, wurde der Demonstrationszug eingekesselt. Dadurch wurde der öffentliche Verkehr mehrere Stunden blockiert.
Innerhalb des Kessels wurde ein Feuer gemacht und zu kurdischer Musik im Kreis getanzt, ein*e Künstler*in hat ein kurzes Konzert gegeben, die Stimmung ist während den zweiundhalb Stunden insgesamt blendend geblieben. Nachdem die Demonstrat*innen tröpfchenweise festgenommen – im Visier von Schusswaffen, Pfefferspray und einem Wasserwerfer – und in Gewahrsam der Polizeiwache Neufeld gebracht wurden, wurden sie bis in den frühren Morgen (teilweise bis um 4.30) festgehalten und befragt.
Genoss*innen aus Zürich wurden nach den Verhören von der Polizei ohne Wegweisungen und ungeachtet von ihren Transportmitteln auf den letzen Zug nach Zürich gebracht. Continue reading Völkerrechtswidriger Krieg, Faschismus und Schweizer Waffen →

Überall ist Afrin – Überall ist Widerstand

Thema: Internationalismus/Antifaschismus
Datum: 21/03/2018
Von: RRN

Wut, Trauer und Hoffnungslosigkeit sind die Gefühle, die mensch angesichts des Massakers verspürt, das durch die türkische faschistische Armee, islamistische Halsabschneiderbanden, deutsche und schweizer Waffen, das nicht-intervenieren der syrischen Regierung und das Schweigen der Staaten gerade in Afrin angerichtet wird.

Vorweggenommen: Gräueltaten finden überall statt, im syrischen Bürgerkrieg wie insgesamt in den bewaffneten Konflikten weltweit, an den Grenzen, durch Hunger, Krankheiten, Umweltzerstörung, Femizid, staatliche Gewalt – durch die Eigentumsverhältnisse, die unsere Welt in ein einziges planetares Selbstmordkommando verwandelt haben.

Von den USA zuerst unterstützt und dann fallen gelassen, kann die Revolution kaum auf Unterstützung seitens naheliegenden Staaten und Milizen zählen.
Die syrische Regierung selbst veurteilt zwar die türkische Aggression, scheut sich aber reguläre Truppen in die Region zu schicken. Regierungstreue Milizien, die Afrin verteidigen wollen werden von der Türkei ungesühmt angegriffen.
Die Welt kniet ein weiteres Mal vor der faschistischen Türkei, in erster Linie die Staaten Europas, die immer noch Waffen liefern (https://www.jungewelt.de/artikel/329081.berlin-mordet-mit.html). Die offizielle Schweiz ist so dreist, den Krieg in Afrin als „innere Angelegenheit“ der Türkei zu betrachten. (https://www.watson.ch/International/Interview/953037069—Der-Westen-haette-durchaus-die-Mittel–Erdogans-Offensive-auf-Afrin-zu-stoppen–). Continue reading Überall ist Afrin – Überall ist Widerstand →

Marielle Franco, presente!

Thema: Antisexismus/Antifaschismus
Datum: 19/03/2018
Übersetzt von: El Perico Mendoza

Fünf Tage nach dem Mord an Marielle Franco am 14.03.18, führte die  Gruppe „The Black Rose/Rosa Negra Social Media Team“ (BRRN) aus den  USA ein Interview mit der Federação Anarquista do Rio de Janeiro FARJ (Anarchistische Föderation Rio de Janeiro).

BRRN.: Könnt ihr uns etwas über den Aktivismus Marielle Francos  erzählen? Aufgrund welcher Aktivitäten war sie bekannt?

FARJ. Marielle wurde im Jahr 2016 zur Stadträtin von Rio de Janeiro  gewählt (fünftbestes Wahlergebnis) und war Mitglied der Partei  Sozialismus und Freiheit (PSOL), eine Abspaltung der Arbeiterpartei  (PT). Vor allem aber war sie eine schwarze und lesbische Frau, geboren  und aufgewachsen in einer der größten Favelas von Rio. Sie hatte eine lange Geschichte der Militanz und des Kampfes hinter sich. Sie war  stark in Menschenrechtskämpfe involviert, vor allem Frauenrechte  (insbesondere Abtreibungsrechte und gegen sexuelle Gewalt) und Kämpfe  der schwarzen Community (gegen Polizeibrutalität und den Völkermord an  Schwarze).

Vor kurzem wurde sie zur Berichterstatterin der  Interventionskommission des Stadtrats von Rio ernannt, eine Kommission  die zur Beaufsichtigung der bundesstaatlichen Intervention im Bereich  Sicherheit von Rio de Janeiro erstellt wurde. In ihren letzten Tagen  kritisierte sie vehement die Polizeibrutalität in der Favela  „Acari“,  eine Favela, die Monate vor der militärischen Intervention, oft Ziel  gewalttätiger Polizeieinsätze war und viele Opfer forderte. Sie wurde  unter den kämpfenden Menschen aus Rio de Janeiro sehr respektiert,  sogar von denen, die aufgrund ihrer Geschichte und ihrer kämpferischen  Praxis, nicht an Wahlstrategien glauben.

BRRN: Erläutert uns den politischen Kontext ihrer Ermordung. Wir  wissen, dass das Militär und die Bundesregierung im vergangenen Monat in Rio de Janeiro eingriffen und die Polizeiarbeit übernahmen.  Marielle kam aus einem Favelaviertel und kritisierte die Beteiligung  des Militärs an der Polizeiarbeit. Continue reading Marielle Franco, presente! →

Demonstration für Afrin in Bern: Anklage der Komplizenschaft Deutschlands und Russlands

Thema: Proteste/Internationalismus
Datum: 14/03/2018
Von: RRN

Während die islamofaschistischen Truppen des türkischen Staates und seinen Verbündeten der FSA Afrin umkesselt haben (zwischenzeitlich ist die Wasserversorgung gekappt worden wie verschiedene Medien berichten) und sich mit der stillschweigenden Zustimmung der sogenannten „internationalen Gemeinschaft“ schreckliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit anbahnen, haben etwa hundert Personen im reichen Kirchenfeldquartier, wo sich ein grosser Teil der Botschaften befindet, an einer Demonstration für Afrin teilgenommen.

Vor der deutschen Botschaft gestartet – in der Nähe befindet sich auch die russische – wo die Komplizenschaft der deutschen und russischen Regierungen angeprangert wurden, ging der Demozug später Richtung türkische Botschaft, die weitreichend von der Polizei abgeriegelt worden ist. Hier hat sich der Demozug auch selbstädnig aufgelöst.

(Photo – RRN)

Bannon Hau Ab! Toleranz gegenüber rechten Hetzern? Nope!

Thema: Protesten/ Antifaschismus
Datum: März 2018
Aus: Facebook Veranstaltung

Protestaktion gegen Steve Bannon’s Auftritt in Zürich
6. März um 19:00 auf dem Marktplatz in Oerlikon

(Photo: Fb)

Steve Bannon, ex-Chefstratege von Donald Trumps Administration, spricht auf Einladung der Weltwoche nächsten Dienstag, dem 6. März in Oerlikon (Halle 622). Es gibt viele Gründe dagegen zu protestieren.

Bannon hat als Wahlkampfleiter von Donald Trump nicht nur dafür gesorgt, dass dessen rassistische, sexistische und nationalistische Präsidentschaftskampagne erfolgreich war. Ebenso war er nach der Wahl als Chefstratege der Trump-Administration mitverantwortlich für die übelsten rassistischen Entgleisungen der US-Regierung. Beispielweise das Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern. Continue reading Bannon Hau Ab! Toleranz gegenüber rechten Hetzern? Nope! →

Gegen die Volksmacht

Thema: Kultur
Datum: Februar 2018
Einleitung und Übersetzung von: Enrique „El Perico“ Mendoza
Text aus: Proletarios Internacionalistas

Der Linkspopulismus gegen die Revolution

Der vorliegende Text wurde im Jahr 2013 publiziert, hat aber leider nicht an Relevanz verloren. Denn viele selbsternannte Anarchist*innen oder Kommunist*innen, halten heutzutage den Dualismus zwischen Links und Rechts aufrecht, ohne die Notwendigkeit des Bruchs mit der Warengesellschaft und der Vielfalt der mit ihr verbundenen Unterdrückungsmechanismen auch nur im geringsten anzusprechen. Wo Michel Temer in Brasilien beispielsweise mit seiner potenzierten neoliberalen Politik, die internationalen und nationalen Interessen des Kapitals durchsetzt, schreien viele nach Dilma Rousseff bzw. Nach Lula, der trotz der Korruptionsskandale, sich an der Präsidentschaftswahl dieses Jahres beteiligen möchte. Als ob die Arbeiterpartei PT nicht die global Herrschende Produktionsform aufrechterhalten würde, als ob durch die Wahl des „kleineren Übels“ sich das Proletariat eine Verschnaufpause gönnen könnte um seine Kräfte zu sammeln und als ob die Almosen für ein Teil der ärmeren Schichten, tatsächlich die Armut beenden könnten. Ganz im Gegenteil: Linkspopulistische Parteien absorbieren die Kraft der sozialen Bewegungen, sie befrieden den Konflikt und schüren den Nationalismus und den Demokratiefetisch, was nichts anderes als eine Apologie des Bestehenden bedeutet und eine wirkliche Veränderung der Gesellschaft auf die Ewigkeit verschiebt. Continue reading Gegen die Volksmacht →

Reflexionen eines angekotzten müden queeren Subjekts

Thema: Queer
Datum: 24/01/2018
Von: Freund*innen der RRN

Marxismus, Existenzialismus, Antifaschismus, Trash, Britney Spears, Populärkultur, Techno, Liebe in Zeiten des kommenden Aufstands

Ein Essay in sechs Teilen.

Schöne neue pinke Welt. Amikäfer Halt!

Die florierende Sicherheitsindustrie und die militärische Aufrüstung werden durch die Rekrutierung von LGBT-Individuen gestärkt. Angetrieben wird diese Rekrutierung von Vertreter*innen des neoliberalen politischen Establishments. Während sich die jetzige Trump-Administration gegen den Dienst von Trans*menschen positioniert, übernimmt die herrschende medial angetriebene feministische Diskussion die Verteidigung von identitätspolitischen Anliegen, statt den überdimensionierten Sicherheitskomplex in Frage zu stellen. Was sollte daran falsch sein, dass Trans*menschen in der Armee dienen dürfen? Entgegen der transphoben Politik Trumps sollte es in der individuellen Freiheit liegen, ob man sich in das System der Landesverteidigung eingliedern möchte oder nicht. Und gerade in einer Zeit in der gerade in den USA die Anliegen von Trans*menschen wieder mediale Beachtung erhalten. Natürlich wird auch hier das neoliberale Establishment in der aufgeladenen Porträtierung von weissen und privilegierten Individuen aktiv, während noch immer viele überwiegend schwarze Trans*frauen im ganzen Land in Hassverbrechen ermordet werden. Der liberale Diskurs hat die Positionen bereits etabliert. Selbstgerecht anmutende Menschen, welche sich left-wing bezeichnen, sind für die Rechte von Trans*frauen und somit auch für die Eingliederung von Minderheiten, um dem tötenden Militärkomplex neues Futter und ein liberales zukunftgewandtes Image zu verschenken. Sie applaudieren und schreien Gerechtigkeit, wenn die Hälfte der zehn reichsten Menschen aus Frauen bestehen wird. Die Gruppe der liberalen US-Amerikaner*innen kann schlecht als links bezeichnet werden, denn sind ein Produkt einer langjährigen kapitalistischen Hirnwäsche, welche durch Identitätspolitik eine profitable und unschädliche Gruppe im neoliberalen Markt produziert hat. Die marktrelevante Individualisierung und Optimierung der eigenen Identität scheint Hand in Hand mit der Entfremdung der zugehörigen Klasse einherzugehen. Wer die Homo-Ehe will, scheint sich mit der Verachtung gegenüber anderen weniger privilegierten und unterdrückten queeren Lebensformen arrangiert zu haben. Wer in den USA links ist, würde sich hoffentlich der faschistoiden und perversen Verehrung und Verherrlichung der Landesverteidigung und des Nationalstaates entziehen. Doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wird die Tötung unzähliger Menschen seit Beginn der Entstehung euphorisch gefeiert. Continue reading Reflexionen eines angekotzten müden queeren Subjekts →