Repression in Porto Alegre, Brasilien kurz vor der 8ten anarchistischen Büchermesse

Thema: Repression
Datum: 25/10/2017
Übersetzt von: https://noticiasanarquistas.noblogs.org/post/2017/10/25/policia-invade-residencias-e-espacos-de-anarquistas-na-vespera-da-feira-do-livro-anarquista-de-porto-alegre-rs/

Die Zivilpolizei hat am Mittwoch Morgen (25. Oktober) verschiedene Wohnungen und Gemeinschaftsräume in der Metropolregion von Porto Alegre durchsucht. Laut der Polizei stehen diese Räumlichkeiten in Verbindung mit einer Gruppe die Angriffe gegen Fahrzeuge, Parteizentralen, Polizeireviere, Banken und Automobilhändler verübt haben soll. Die Aktion seitens der Polizei war unübersichtlich und die Leute die sich in diesen Räumen aufhielten wurden geschlagen und einige auf die Wache mitgenommen.

Es gab insgesamt 10 Verhaftungs – und Durchsuchungsbefehle, wobei anarchistisches Material (Plakate, Bücher, Transparente usw.), Fantasiemasken, Spraydosen und andere alltägliche Gegenstände beschlagnahmt wurden, sogar mit Plastiktüten gefüllte Plastikflaschen wurden mitgenommen da es sich dabei, laut der Polizei, um Molotow Cocktails handle. Doch nicht einmal die Polizei ist so dumm, um wirklich zu denken, dass Molotow Cocktails mit Plastikflaschen und ohne brennbare Flüssigkeit hergestellt werden können. In der Tat wurden diese Plastikflaschen als ökologische Ziegelsteine in Bio-Konstruktionen verwendet.

Die Anklagen, welche die Polizei versucht durchzusetzen lauten: Versuchter Mord, Errichtung einer kriminellen Organisation und Bandenbildung. Dies obwohl es keine Beweise gibt, welche die durchsuchten Räumlichkeiten mit den angeblichen Verbrechen verbinden. Wir oft zuvor, werden Beweise gefälscht und die Tatsachen so verdreht, dass die öffentliche Meinung eine Verurteilung ohne Beweise gutheißt. Die schweren Anschuldigungen werden lediglich durch Indizien getragen, zu denen bereits anarchistische Bücher oder sonstige Materialien gehören.

Die Polizeiaktion findet genau zwei Tage vor der 8ten anarchistischen Büchermesse Porto Alegres statt und ist somit klar als Einschüchterungsversuch zu verstehen. Wir schreiben diesen kurzen Bericht als Aufruf zur Solidarität mit all den Betroffenen der Polizeiaktion. Die Repression ist nicht lokal oder räumlich begrenzt. Egal ob die Repression in Europa gegen die Protestierende gegen den G20 stattfindet, oder ob sie ihre hässlichste Fratze zeigt wir bei der Entführung und Ermordung unseres Genossen Santiago Maldonado in Argentinien: Wir werden der Wucht des Staates gemeinsam entgegentreten. Unser Kampf kann weder gebrochen, gezähmt noch  aufgehalten werden.

Wir sind überall!

(Photo – noticiasanarquistas.noblogs.org)

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