Finger weg von den «Officine di Bellinzona»

Thema: Arbeitskampf
Datum: 14/11/2017
Übersetzt von: http://collettivoscintilla.org/9-11-le-officine-di-bellinzona-non-si-toccano/

Nach der versuchten Schliessung der Werkstätte in Bellinzona im Jahr  2008, versucht die SBB es erneut: Auch wenn es noch nicht offiziell ist, spricht vieles dafür, dass der Bundesgeschäftsführer, nach der Standortverlangerung von Bellinzona nach Castione, bis 2026 die Zahl der Beschäftigten von 400 auf 180 halbieren möchte.

Anstatt die Arbeitsplätze aufrecht zu erhalten, nachdem sie von den  Arbeitern und der gesamten Bevölkerung mit Krallen und Zähnen massiv verteidigt wurden, werden die Werkstätte wieder angegriffen. Bereits vor dem Umzug aus dem historischen Hauptsitz in Bellinzona, ahnte man das Schlimmste und nun diese Nachricht: Alles deutet darauf hin, dass  die Zukunft zunehmend düster sein wird und dass sich die nächste Entscheidung von der SBB auf dass konzentrieren wird, was sie 2008 nicht erreichen konnte.

Das Kollektiv “Collettivo Scintilla” widersetzt sich gegen die  Schließung der Werkstätte in Bellinzona und gegen jeden anderen Angriff auf die Arbeiterklasse. Die Schließung der Werkstätte steht symbolisch für die erbarmungslose Angriffe auf die Rechte der Arbeiter*innen in einer immer prekäreren Arbeitswelt. Tagtäglich sind wir Zeugen der zunehmenden Verschlechterung der Rechte der ArbeiterInnen: vor wenigen Tagen beispielsweise, kam der Vorschlag der kleinen und mittleren Unternehmen, eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten einzuführen, was de facto bedeutet, dass die Arbeitszeiten auf bis zu 50 Stunden pro Woche erhoben werden können.  Es ist jedoch nichts neues dass der Einsatz von Leiharbeitnehmern für  die Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt, was zur Schaffung  eines neuen dauerhaften Beschäftigungsstatus geführt hat. Es wird bereits weithin anerkannt, dass die Lohn- und Sozialbedingungen  fortlaufend prekärer werden. Wie bereits erwähnt, gilt dies auch für  die Lohn- und Sozialbedingungen.

Und wer auf unsere Kosten fetter wird, ist immer das Kapital. Wir können nicht wehrlos der ständigen Verschlechterung zusehen, zumal sie  nicht den Anschein macht in näherer Zukunft stehen zu bleiben. Es wird immer schlimmer, es bleibt keine Zeit um Symptombekämpfung zu  betreiben, dieses System kann und dar nicht reformiert werden.

Im Jahre 1865 behauptete Karl Marx in seinem Aufsatz «Lohn, Preis und  Gewinn»: «Dennoch zeigt die ganze Geschichte der modernen Industrie,  dass das Kapital, wenn ihm nicht Einhalt geboten wird, ohne Gnade und Barmherzigkeit darauf aus ist, die ganze Arbeiterklasse in diesen Zustand äusserster Degradation zu stürzen.”. Wir können nicht länger  hinnehmen, dass das Kapital Arbeiter und Arbeiterinnen in eine tiefere  Krise stürzt. Unsere Devise muss lauten: Die Werkstätte und die gesamte Arbeiterklasse retten.

GEGEN KAPITAL UND PREKARITÄT, FÜR DIE WERKSTÄTTE UND FÜR ALLE ARBEITER UND ARBEITERINNEN! SICH ORGANISIEREN UND ZUSAMMEN KÄMPFEN!

(Photo: collettivoscintilla.org)

Leave a Response